Dezember

Die hohen Tannen atmen

Die hohen Tannen atmen heiser
im Winterschnee, und bauschiger
schmiegt sich sein Glanz um alle Reiser.
Die weißen Wege werden leiser,
die trauten Stuben lauschiger.

Da singt die Uhr, die Kinder zittern:
Im grünen Ofen kracht ein Scheit
und stürzt in lichten Lohgewittern, –
und draußen wächst im Flockenflittern
der weiße Tag zur Ewigkeit. 

(Rainer Maria Rilke)

 

November

Novembertag

Nebel hängt wie Rauch ums Haus, drängt die Welt nach innen;
ohne Not geht niemand aus; alles fällt in Sinnen.
Leiser wird die Hand, der Mund, stiller die Gebärde.
Heimlich, wie auf Meeresgrund, träumen Mensch und Erde.

Christian Morgenstern (1871-1914)

Oktober

Das Kürbis Gedicht

Abwärts gebogen an schmächtigem Stiele hangen die Früchte,
Tragen am schlanken, länglichen Halse gewaltige Körper.
Riesenhaft dehnt sich die Fülle sodann zum gewichtigen Leibe,
Alles ist Bauch und alles ist Wanst. Und im Kerker der Höhlung
Nähren, geordnet in Reih und Glied, sich zahlreiche Kerne.
Fruchtbar verheißen sie dir entsprechend üppige Ernte.

Walahfrid Strabo

September

Der September

Das ist ein Abschied mit Standarten
aus Pflaumenblau und Apfelgrün.
Goldlack und Astern flaggt der Garten,
und tausend Königskerzen glühn.

Das ist ein Abschied mit Posaunen,
mit Erntedank und Bauernball.
Kuhglockenläutend ziehn die braunen
und bunten Herden in den Stall.

Das ist ein Abschied mit Gerüchen
aus einer fast vergessenen Welt.
Mus und Gelee kocht in den Küchen.
Kartoffelfeuer qualmt im Feld.

Das ist ein Abschied mit Getümmel,
mit Huhn am Spieß und Bier im Krug.
Luftschaukeln möchten in den Himmel.
Doch sind sie wohl nicht fromm genug.

Die Stare gehen auf die Reise.
Altweibersommer weht im Wind.
Das ist ein Abschied laut und leise.
Die Karussells drehn sich im Kreise.

Erich Kästner

August

Libellentanz

Wir Libellen
Hüpfen in die Kreuz und Quer,
Auf den Quellen
Und den Bächen hin und her.

Schwirrend schweben
Wir dahin im Sonnenglanz:
Unser Leben
Ist ein einz’ger Reigentanz.

Wir ernähren
Uns am Strahl des Sonnenlichts,
Und begehren,
Wünschen, hoffen weiter nichts

Mit dem Morgen
Traten wir ins Leben ein;
Ohne Sorgen
Schlafen wir am Abend ein.

Heute flirren
Wir in Freud‘ und Sonnenglanz;
Morgen schwirren
Andre hier im Reigentanz.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

Juli

 

Guter Rat

An einem Sommermorgen
Da nimm den Wanderstab,
Es fallen deine Sorgen
Wie Nebel von dir ab

Des Himmels heitere Bläue
Lacht dir ins Herz hinein,
Und schließt, wie Gottes Treue,
Mit seinem Dach dich ein.

Rings Blüten nur und Triebe
Und Halme von Segen schwer,
Dir ist, als zöge die Liebe
Des Weges nebenher.

So heimisch alles klinget
Als wie im Vaterhaus,
Und über die Lerchen schwinget
Die Seele sich hinaus.

Theodor Fontane, (1819 – 1898)

 

Juni

Juni

Juni streift mit warmer Hand
letzte Blüten von den Bäumen.
Wie enttaucht verwelkten Träumen,
schaut aus dunkler Blätterwand
junge Frucht in lichtes Land.

Fridolin Hofer

Mai

Der Mai

Dieser Monat ist ein Kuß,
den der Himmel gibt der Erde;
Daß sie jetzund seine Braut,
künftig eine Mutter werde.

Friedrich von Logau  (1604 – 1655)

April

KIRSCHBLÜTEN

Mit einem zarten Hauch

hat der Frühling die Kirschbäume

in einen rosafarbenen Traum verwandelt.

Wohin das Auge blickt,

wird es angezogen von

duftigen rosa Blüten.

Könnte man doch diesen

bezaubernden Traum

noch ein wenig festhalten.

von Annegret Kronenberg

Quelle: gedichte-garten.de
Gedicht KIRSCHBLÜTEN

März

Frühling

Hoch oben von dem Eichenast
Eine bunte Meise läutet
Ein frohes Lied, ein helles Lied,
Ich weiß auch, was es bedeutet.

Es schmilzt der Schnee, es kommt das Gras,
Die Blumen werden blühen;
Es wird die ganze weite Welt
In Frühlingsfarben glühen.

Die Meise läutet den Frühling ein,
Ich hab‘ es schon lange vernommen;
Er ist zu mir bei Eis und Schnee
Mit Singen und Klingen gekommen.

Hermann Löns   (Erstdruck 1901)

Februar

Februargedicht

Ein grosser Teich war zugefroren,
Die Fröschlein, in der Tiefe verloren,
Durften nicht ferner quaken noch springen,
Versprachen sich aber im halben Traum,
Fänden sie nur da oben Raum,
Wie Nachtigallen wollten sie singen.
Der Tauwind kam, das Eis zerschmolz,
Nun ruderten sie und landeten stolz
Und saßen am Ufer weit und breit
Und quakten wie vor alter Zeit.

Johann Wolfgang Goethe

Januar

Winterlüfte wehen…

Winterlüfte wehen durch des Äthers Raum,
halb entblättert stehen Strauch und Kraut und Baum,

Tot sind Floras Kinder, hin ihr Wohlgeruch,
starr deckt sie der Winter mit dem Leichentuch.

Welk ist, was mit Prangen feil sich bot zur Schau,
selbst des Himmels Wangen färbt ein trübes Grau.

Franz Grillparzer (1791-1872)

Logo Entwurf

nach vielen Entwürfen mit konstruktiver Kritik und Kommentaren jetzt mein Vorschlag:

Logo NP final 300

Logo

Ein Logo wäre schön. Wer möchte gerne kreativ sein.

Vielleicht sogar mit dem Text: „www.naturpädagogik.de“.

Sendet eure Entwürfe an die  Redaktion.

 

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